Paperback
Glücksbücher Verlag
172 Seiten
ISBN 978-3-9503982-0-5
 

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Der Fluss zum Glück - Von einem der auszog, seinen Traum zu verwirklichen und dabei sein Glück fand „Deepak war …“, begann der alte Mann und schaute seine Zuhörer dabei aus Augen an, die schon vieles im Leben gesehen hatten und die vieles wussten, obwohl sie noch nie eine Schule von innen erblickt hatten. Brauchte er auch nicht, denn sein Lehrer war jemand anderes gewesen, jemand, vor dem du nicht davon laufen kannst. Sein Lehrmeister war das Leben gewesen, mit all seiner Härte und Güte hatte es ihn unterrichtet, hatte ihn gelehrt zu akzeptieren, was das Leben zu ihm brachte, dann hatte es ihn gelehrt anzunehmen, was war und zu begrüßen was sein wird.

Manche seiner Zuhörer hielten ihn für einen weisen Mann, andere einfach für einen Bettler, der Geschichten erzählte, um im Austausch dafür Nahrung zu bekommen. Er war … – doch halt, wir schweifen ein wenig ab. Lass uns ihm weiter zuhören:

„Deepak war …“, begann der alte Mann und dachte etwas nach. „Gerne würde ich sagen, ein ganz besonderer Junge, doch das würde nicht stimmen, denn in Wahrheit war er, wie du und ich. Ein ganz normaler Junge, der in einem kleinen Dorf lebte unweit der Quelle eines langen Flusses. Eines Flusses, der von dem Dorf bis hin zum fernen Meer floss. Und ich sage euch, das Meer war weit weg von dem kleinen Dorf. Noch keiner der Dorfbewohner hatte das Meer je gesehen, so weit war es entfernt. Sie wussten nicht einmal mit Sicherheit, ob es das Meer wirklich gab, zu viele Tagesreisen hätten sie unternehmen müssen um es zu überprüfen. Um bei der Wahrheit zu bleiben – und um nichts anderes geht es in dieser Geschichte –, kümmerten sie sich gar nicht darum, ob es existierte oder nicht, ob ihr Fluss dereinst sich wirklich mit dem Meer vereinte oder nicht. Sie alle waren mit anderen Problemen beschäftigt. Sie alle waren zu sehr mit den Dingen des Lebens ausgelastet, um sich darüber Gedanken zu machen.

Alle außer Deepak, der schon als kleiner Junge Holzschiffchen gebaut, sie auf den Fluss gesetzt und mit der Strömung wegschwimmen hatte lassen. Wie gerne wäre der kleine Junge seinen einfachen aber durchaus flusstauglichen Schöpfungen gefolgt, hätte gesehen, was seine Schiffchen zu sehen bekamen. Doch das würde nicht gehen, erzählte ihm jeder, dem er von seinem großen Traum erzählte. Viele solcher Schiffchen“ – und der alte Mann hielt plötzlich ein kleines Holzbrettchen in seiner Hand, in das ein Stab als Mast geklemmt war, – „trieben den Fluss hinunter. Irgendwann hatte Deepak begonnen, kleine Geschenke auf die Boote zu legen, manchmal eine duftende Blüte, manchmal einen aufgelesenen Stein, der ihm aus irgendeinem Grund besonders vorkam. Mit jedem Schiffchen wurde seine Sehnsucht, selbst auf dem Fluss zu reisen, größer. Und obwohl es ihm nicht bewusst war, ließ er mit jedem seiner Schiffchen auch etwas von dem gehen, was ihn davon zurückhielt, sich selbst auf ein Schiffchen zu setzen und den Fluss zu befahren.

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